„Frisch, frei, stark und treu“ (FFST) heißt auch heute noch die Losung der meisten noch bestehenden „Freien Turner“ – Vereine, wie sie auch in den ineinander verschränkten Buchstaben unseres Vereinswappens zum Ausdruck kommt.
Doch das war nicht immer so: Denn ursprünglich sahen sich die erst nach der Aufhebung des „Sozialistengesetzes“ von 1890 neu gegründeten Arbeitersportvereine durchaus in der Tradition, ja sogar als die „wahren Erben“ von „Turnvater“ Jahn. Daher übernahmen sie zu Beginn das Wappen der „Deutschen Turner“ von 1868 mit den vier „F“. Auch den deutschen Turnergruß „Gut Heil“ verwendeten sie weiter und traten gleichermaßen in weißer Turnkleidung auf.
Das aus vier „F“ gebildete griechische Kreuz geht dabei auf eine preußische Zweigroschen-Münze von 1693 zurück. Um 1846 schlug es der Darmstädter Turner und Kupferstecher Johann Heinrich Felsing der „Deutschen Turnerschaft“ als Erkennungszeichen vor. Trotz anfänglicher Ablehnung auf dem Turntag in Heilbronn entwickelte es sich nachfolgend zum Symbol der deutschen Turnbewegung. Die von „Turnvater“ Jahn etablierte Maxime „Frisch, fromm, fröhlich frei“ geht hingegen auf einen Studentenspruch aus dem 16. Jahrhundert zurück.
Die Deutschen Turner sahen innerhalb ihres Verbandes für „vaterlandslose Gesellen“ jedoch „keinen Raum“. Als sie sich immer mehr zum „Bollwerk des Vaterlandes“ entwickelten (so der DT-Vorsitzende Ferdinand Goetz), setzte eine zunehmende Abgrenzung der Arbeitersportvereine ein. Daher ersetzte der Arbeiter-Turner-Bund auf seinem IV. Bundestag vom 21./22. Mai 1899 in Nürnberg (also zur Gründungszeit unseres Vereins) den Turnergruß durch den Gruß „Frei Heil“.
Das Emblem der Deutschen Turnerschaft hingegen behielten die Arbeiterturner sogar bis 1907 bei. Erst auf dem VIII. Bundestag vom 19. bis 21. Mai 1907 in Stuttgart führten sie das Arbeiterturner-Kreuz ein, das aus den Versalien F, F; S und T gebildet wurde. Sie waren eine Abwandlung der Turner-Maxime und stehen für „Frisch, frei, stark und treu“.
Der Buchstabe „S“ stand seinerzeit außerdem für den Sozialismus als das angestrebte Gesellschaftsziel der Arbeiterbewegung, wenn auch zur Vermeidung von Problemen mit der staatlichen Obrigkeit nur inoffiziell. Es ist daher größer als die anderen Buchstaben und zentral auf diesen platziert.
Die Fahne des Arbeiter-Turnerbundes, das Wappen und auch unsere leider verloren gegangene Vereinsfahne waren entsprechend unserer damaligen Zugehörigkeit zur Arbeiterbewegung natürlich rot. Ansonsten wurden die in der eigenen Presse, auf Postkarten, usw. dargestellten Motive meist unpolitisch gehalten. Man wollte vermeiden, dass der Verein für „politisch“ erklärt wurde. Sonst hätte man dem Verein damals die Nutzung städtischer Plätze und Hallen verboten und nicht erlaubt, eigene Jugendabteilungen zu führen.
Die Farbe Grün als Hintergrundfarbe hingegen stammt wohl aus späterer Zeit. Vielleicht auch erst aus der Zeit unserer früheren Vorstands Hans Glücker (1989 – 2007). Er zumindest war von dieser Farbe als Vereinsfarbe fest überzeugt und strich 1997 deshalb in dieser Farbe auch unser Vereinsheim. Nach telefonischer Auskunft unseres früheren Vorstandes Peter Schulz waren zu seiner Zeit (1978 – 1980) die Vereinsfarben hingegen Schwarz/Blau. Davon zeugen auch ein Wimpel von 1964 und ein zeitweise frei gelegtes Wappen in unserem Vereinsheim.
Wir bleiben aber besser auch in Zukunft den Farben Rot und Grün als Vereinsfarben treu. Denn die Farbe Grün wurde schon immer von einigen Arbeitersportvereinen, zum Beispiel von Rapid Wien, benutzt. Sie steht dort als Symbol für den Zusammenhalt und Respekt unter den Vereinsmitgliedern. Darüber hinaus ist Grün auch die Farbe der Hoffnung. Sie vermittelt das Gefühl von Neuanfang, Fortschritt und Wachstum. Diese drei Begriffen stehen sinnbildlich auch für unsere Entwicklung unter unserer Vorstandschaft seit 2007 und für die Gegenwart und Zukunft des Vereins.